Kritisch. Achtsam. Transformativ.: Neue FARN-Reihe für eine gerechte Umweltbildung

Fünf interaktive Online-Workshops nehmen Teilhabe, Diversität und Macht in der Umweltbildung in den Blick

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Umweltbildung ist vielfältig: Sie reicht von Naturverbindungsarbeit und Klimabildung bis hin zu Natur- und Waldpädagogik. Doch so unpolitisch manche Formate zunächst wirken mögen – in der Praxis sind Fragen nach Teilhabe, Inklusion, Diversität und Macht immer mit im Spiel.

Mit der fünfteiligen Online-Veranstaltungsreihe „Kritisch. Achtsam. Transformativ.“ nimmt die NaturFreunde-Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) diese Fragen in interaktiven Workshops genauer in den Blick. Gemeinsam mit den Teilnehmenden soll diskutiert werden, wie sich Umweltbildung gegen demokratiefeindliche und verschwörungsideologische Vereinnahmung behaupten lässt und wie Bildungsformate diversitätssensibel gestaltet werden können.

Denn problematische Einflüsse können auf unterschiedlichen Ebenen auftreten: Demokratiefeindliche und verschwörungsideologische Akteur*innen greifen Themen aus Umweltbildung und Naturverbindung für ihre politischen Zwecke auf. Gleichzeitig können auch demokratisch ausgerichtete Bildungsangebote – bewusst oder unbewusst – Diskriminierungen reproduzieren, Menschen ausschließen oder hohe Hürden für eine Teilnahme schaffen.

Die Veranstaltungsreihe setzt hier an und beleuchtet unterschiedliche Aspekte einer kritischen Umweltbildung. Die Workshops verbinden fachliche Impulse mit Diskussion, Reflexion und Austausch und wollen dazu beitragen, die eigene pädagogische Praxis machtkritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Die fünf Online-Workshops im Überblick:

01.09.2026, 15:00-17:00 Uhr
Kritische Umweltbildung - Esoterische Weltbilder und antidemokratische Tendenzen

Wie können wir Umweltbildung so gestalten, dass sie nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich verantwortungsvoll ist? Im ersten Workshop unserer neuen Reihe setzen wir den Fokus auf grundlegende Fragen einer kritischen Umweltbildung – und auf die Herausforderungen, die sich durch das Aufkommen esoterischer und antidemokratischer Strömungen in naturpädagogischen Kontexten ergeben.

Der Workshop bietet einen orientierenden Einstieg ins Thema: Einführung in esoterische Weltbilder, Überblick über antidemokratische Tendenzen in Natur- und Selbsterfahrungsformaten, Einordnung gesellschaftlicher Hintergründe sowie erste Impulse für eine kritische, handlungsfähige Praxis.

Ziel ist es, für problematische Narrative und Ästhetiken in der Umweltbildung zu sensibilisieren und eine gemeinsame Grundlage für die weitere Auseinandersetzung in der Reihe zu schaffen. Neben kurzen Impulsen wird es Raum für Diskussion, Reflexion und Austausch geben.

Referent*innen: Christin Wendebaum und Yannick Passeick (FARN)
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08.09.2026, 15:00-17:00 Uhr
Naturverbindung für alle? - Dekoloniale Perspektiven auf naturpädagogische Praxis

Vorstellungen von Natur, Wildnis und Naturverbundenheit sind keine universellen Konzepte, sondern durch koloniale Geschichte und strukturellen Rassismus geprägt. Der Workshop schärft den Blick für Ausschlüsse in Sprache, Methoden und Settings der Naturpädagogik und gibt Impulse für eine diversitäts- und machtkritische Praxis.

Referent: Anthony Owosekun ist Sozialarbeiter und Erlebnispädagoge. Seit mehr als zehn Jahren begleitet er junge Menschen im Bildungsbereich. Er gründete 2019 die gemeinnützige Organisation EMPOCA, die Schwarze Kinder und Jugendliche mit der Natur verbindet, und ist seit 2022 Mitgründer von DECONSTRUCT, einer Online-Weiterbildungsplattform für die Rassismus-Sensibilisierung psychosozialer, pädagogischer und medizinischer Fachkräfte.

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15.09.2026, 15:00-17:00 Uhr
Geschlechtergerechtigkeit in der Umweltbildung, Schwerpunkt Wildnispädagogik

In den üblichen Fortbildungen zu den Lernfeldern Wildnis-, Natur-, Erlebnis- und Waldpädagogik, sowie fachverwandten Ausbildungen, werden angehende Fachkräfte bisher nicht in Bezug auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit sensibilisiert. Hieraus ergeben sich in der Praxis vieler Umweltbildungsveranstaltungen Probleme, unter anderem durch Diskriminierung und die Weitergabe stereotyper, einengender Rollenbilder rund um „Männlichkeit und Weiblichkeit“, binärem Geschlechterdenken und Heteronormativität. Wir erkunden gemeinsam, warum das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der pädagogischen Praxis so wichtig ist und was Fachkräfte der Umweltbildung konkret tun können, um ein diskriminierungssensiblere Lernatmosphäre zu schaffen. Des Weiteren „räumen wir auf“ mit einigen hartnäckigen Missverständnissen, Irrglauben und Pseudo-Biologismen, die sich insbesondere in wildnispädagogischen Kreisen rund um das Thema Geschlecht, Rollenbilder, vemeintlichen „energetischen Polen" und Beziehungen halten. 

Referentin: Eva Densing
Eva ist Biologin (M.Sc. Biologische Diversität, Ökologie und Evolution) und Wildnispädagogin. In ihrer Tätigkeit als Wildnispädagogin hat sie neun Jahre in der wildnispädagogischen Szene gelernt und sieben Jahre selbst gelehrt, bevor sie diesem Lernfeld aufgrund von eigenen Diskriminerungserfahrungen den Rücken kehrte. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen geschlechterreflektierter Pädagogik, Geschlechtergerechtigkeit, Empowerment von queeren Menschen, kultureller Aneignung und Dekolonisierung hat sie die Initiative naturally equal ins Leben gerufen, um eine Brücke zwischen den wundervollen und wertvollen Aspekten wildnispädagogischen Lernens und einer zeitgemäßen politischen Bildung zu schaffen. 
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23.09.2026, 15:00-17:00 Uhr
Perspektivwechsel lernen und lehren - Umweltbildung jenseits von „Umwelt“

Dieser Workshop verbindet queere und dekoloniale Perspektiven in Bezug auf Natur und Landwirtschaft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Perspektivhaftigkeiten, der Untersuchung von Mensch-Natur-Verhältnissen und der Hinterfragung von in diesem Verhältnis zutage tretenden, oftmals unhinterfragten Zuschreibungen und Setzungen. Was passiert, wenn wir Natur als Verwandtschaft oder Lehrer_in verstehen? Was, wenn wir eine Care-Revolution nicht nur für Mitmenschen anvisieren sondern auch für Böden, Bäume, Bienen? Diese Reflexionen werden begleitet von so basalen wie fundamentalen Fragen wie: Was ist Natur? Wieviel hat der Ausdruck „natürlich“ eigentlich mit der Natur zu tun? Und, was ist an der Idee von Umwelt problematisch? Der Workshop zeigt auf, welche Machtverhältnisse in diesen Definitionen zu Tage kommen, es werden (hetero-)normative und eurozentrische Sichtweisen sichtbar gemacht und das (queere) Verständnis von dem, was Natur und Umwelt genannt wird, für eine gerechtere „Umwelt“bildung vertieft.

Referentin: Sophie von Redecker
Sie verbindet in ihrer Forschung postkoloniale Theorie, queere und dekoloniale Ansätze mit Landwirtschaft.
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14.10.2026, 15:00-17:00 Uhr
Spiritualität als Unterstützung in Krisenzeiten

In dem Workshop wollen wir einerseits den Begriff kritisch beleuchten und reflektieren, wie er für kulturelle Aneignung stehen kann und für eine patriarchale, lebensfeindliche und damit auch menschenfeindliche Agenda benutzt wird. Andererseits wollen wir zusammen einen geschützten Raum eröffnen, in dem wir über unsere Spiritualität sprechen können, über Fragen und eigene Erfahrungen. Wir wollen erkunden, wie vielfältig unsere Zugänge und Erfahrungen damit sind. Ebenso bieten wir erste Impulse, um auch jenseits definierter Glaubenssysteme und fertiger Konstrukte einen eigenen Zugang finden zu können (nicht zu müssen). Wir wollen konkrete Möglichkeiten erfahren, die Verbundenheit mit allem Lebendigen zu stärken und sich in einem Großen und Ganzen aufgehoben fühlen zu können, für dessen Erhalt wir uns einsetzen.

Referentinnen: Claritta Martin und Ines Walter (Psychologists/ Psychotherapists for Future e.V.)
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